EndoPilot² Funktionen
Apexlocator: Wissen, wo Sie wirklich sind
Die Arbeitslänge ist die Grundlage jeder Wurzelkanalbehandlung. Wer sie falsch bestimmt, arbeitet auf unsicherem Fundament, unabhängig davon, wie sorgfältig der Rest der Behandlung abläuft.

Wie unterstützt mich die Apexmessung im EndoPilot²?
Die Messung kann auf zwei Wegen erfolgen:
- Zur manuellen Vorsondierung, zum Beispiel vor Beginn der maschinellen Aufbereitung, werden Lippenclip und Feilenklemme verwendet um die AL zu bestimmen.
- oder während der maschinellen Aufbereitung direkt über das Winkelstück in Echtzeit
Die präzise Impuls-Messung bestimmt die Position der Feile kontinuierlich und zeigt sie in Echtzeit auf dem großen 7-Zoll-Touch-Display an. Die große Darstellung alle relevanten Informationen sowie die akustische Signaltöne ermöglichen eine schnelle und intuitive Orientierung, ohne den Blick unnötig vom Behandlungsgeschehen abzuwenden.
Die optimale Arbeitslänge wird durch den horizontalen, grünen Strich markiert. Bei Bedarf lässt sich der Marker individuell auf dem Touchdisplay verschieben.
Wie funktioniert die Apexmessung im EndoPilot²?
Der EndoPilot² arbeitet mit dem von uns entwickelten Impulsmessverfahren. Es unterscheidet sich von gängigen 2-Frequenz-Methoden in einem wichtigen Punkt: Die Messwerte werden nicht durch die Auf-und-Ab-Bewegung des Winkelstücks verfälscht. Das ist beim maschinellen Arbeiten unvermeidlich, und bei vielen Systemen eine typische Fehlerquelle.
Eine einzelne Messung dauert nicht einmal 2 Millisekunden. Das ermöglicht eine Messung in Echtzeit: Die Position der Feile im Wurzelkanal wird unmittelbar auf dem 7-Zoll großen Touch-Display kontinuierlich und ohne Verzögerung angezeigt.

Müssen Sie bei maschineller Aufbereitung ständig zwischen Motor und Apex-Messung wechseln?
Nein, und das ist einer der größten klinischen Vorteile des EndoPilot². Das speziell für die Endodontie entwickelte, elektrisch isolierte Winkelstück überträgt das Apex-Signal direkt auf die Feile. Feilen-Kontaktbügel oder Silikonüberzieher werden überflüssig. Es sind keine zusätzlichen Handgriffe nötig. Kein Unterbrechen. Kein Umklemmen. Kein Zeitverlust. Die Isolation von Motor und Winkelstück schließt gleichzeitig Fehlmessungen durch Schleimhautkontakt aus.
Selbstverständlich lässt sich der Apexlocator auch für die klassische manuelle Längenmessung mit der Feilenklemme nutzen - ohne Motor.
Endomotor: Maschinelle Aufbereitung mit integrierter Sicherheit
Der EndoPilot² steuert Drehzahl und Drehmoment des Endomotors.
Gleichzeitig wird die Feilenposition im Wurzelkanal kontinuierlich überwacht.

Der EndoMotor: Maschinelle Aufbereitung mit integrierter Sicherheit
Der Endomotor des EndoPilot² steuert die Drehzahl, überwacht das Drehmoment kontinuierlich und passt die Motorbewegung in Echtzeit an die Belastungssituation der Feile an. Der Direktantriebes über ein 1:1 Winkelstück erlaubt eine exakte Drehmomentüberwachung und erkennt kritische Belastungsbereiche.
Sobald ein Belastungsbereich erkannt wird, passt der Motor seine Bewegung individuell an, noch bevor es zu einem Frakturereignis kommt. Ergänzend dazu reduziert eine zweite Funktion das Drehmoment und die Drehzahl automatisch bei Apex-Annäherung. Sie begrenzt die Schneidleistung im apikalen Bereich und hält den Spänentransport aufrecht.
Beim Erreichen des Apex stoppt der Motor kurz und läuft anschließend behutsam in Schneidrichtung wieder an. Eine Drehrichtungsumkehr z.B. in den Linkslauf, wie bei vielen anderen Geräten üblich, findet nicht statt. Das verhindert den ungewollten Rücktransport von Dentinspänen in Richtung Apex.
Der Vorteil ist ein extrem frühzeitiger Schutz der Instrumentenspitze. Dadurch sinkt das Frakturrisiko deutlich, die Schneidleistung bleibt erhalten und der Vorschub in gekrümmten Kanälen wird stabilisiert. Gleichzeitig entsteht ein kontinuierlicher Abtransport der Späne, im Gegensatz zu klassischen Reziprok-Systemen.
Gibt es auch Reziprok-Betrieb?
Was ist die Reflex-Bewegung?
Für jede Feile kann ein individuelles Bewegungsprofil konfiguriert werden, einschließlich eines frei programmierbaren Reziprok-Antriebs.
Die Reflex-Bewegung basiert nicht auf klassischer Drehmomentüberwachung. Stattdessen wird die elastische Verwindung der Feile selbst genutzt. Somit nutzt der EndoPilot die Feile als Sensor. Die Feile speichert bei Verwindung torsionale Energie. Wenn die Feile im Kanal klemmt, verdreht sie sich minimal und speichert Spannung, vergleichbar mit einer gespannten Feder.
Der EndoPilot misst diese gespeicherte Rückstellkraft innerhalb weniger Millisekunden. Das Gerät registriert dabei nicht nur das anliegende Motordrehmoment, sondern den Rückmoment-Impuls aus der Feile selbst.
So kann festgestellt werden, ob die Belastung primär an der Feilenspitze oder eher koronal entsteht. Abhängig von der Stärke der Verwindung entscheidet der EndoPilot, ob aktiv kurz zurückgedreht wird oder ob die Rotation in Schneidrichtung fortgesetzt wird. Somit wird das verfügbare Drehmoment nicht mehr allein durch die bruchempfindliche Feilenspitze limitiert.

Welche Feilensysteme sind im EndoPilot² hinterlegt?
Die Feilenbibliothek enthält über 550 bebilderte NiTi-Feilensysteme, ohne Herstellerbindung. Alle Parameter wie Drehzahl, Drehmoment und Bewegungsart sind voreingestellt, so dass Sie direkt loslegen können. Bei Bedarf können alle Werte individuell angepasst werden. Eigene herstellerübergreifende Sequenzen lassen sich über die MyFile-Funktion definieren. Bis zu fünf Sequenzen mit je zehn Feilen. Hierdurch wird ein zeitraubendes hin- und herspringen zwischen Feilensystemen vermieden und Sie bestimmen ihre Sequenz für einen optimalen Workflow.
Die nächste Feile innerhalb einer Sequenz wird automatisch mit Bild und Bezeichnung auf dem Display vorgeschlagen. Farbige LEDs am Winkelstück zeigen Drehrichtung, Belastung und Apexposition an, ohne dass der Blick zum Display wandern muss.
Neue Feilensysteme und Softwareupdates werden kostenlos über microSD eingespielt.
OBTURATION: DOWNPACK & BACKFILL
Dreidimensionale Wurzelfüllung mit DownPack und BackFill

Was ist warme, vertikale Kondensation und warum gilt sie als Goldstandard?
Die warme, vertikale Kondensation gilt in der modernen Endodontie als "Goldstandard" der dreidimensionalen Wurzelfüllung. Erhitztes Guttapercha wird unter vertikalem Druck apikal verdichtet, fließt in Seitenkanäle und bildet nach Abkühlung eine homogene, dichte Obturation.
Der entscheidende Unterschied zur klassischen lateralen Kondensation liegt in der Adaptation: Erwärmte Guttapercha passt sich dem individuellen Kanalquerschnitt an. Das Ergebnis ist ein dichter apikaler Verschluss.
Mit dem DownPack-Handstück und der BackFill-Pistole ermöglicht der EndoPilot² eine einfache und sichere Durchführung dieser Abfülltechnik.
Beide Handstücke lassen sich einzeln oder zusammen nachrüsten.
Die Heizspitzen sind in vier Größen erhältlich und damit für alle gängigen apikalen Präparationsdurchmesser geeignet:
- 40/.03 extra-fein (grau)
- 50/.04 fein (orange, standard)
- 60/.05 mittel (blau)
- 60/.05L mittel-lang (rot)
Kein offenes Feuer: Der Verzicht auf eine Flamme oder Bunsenbrenner erhöht den Patientenkomfort, reduziert die Behandlungsangst und schafft eine ruhigere, professionellere Atmosphäre am Behandlungsstuhl.
Wie funktioniert das DownPack-Modul im Detail?
Das DownPack-Handstück erwärmt die Heizspitze in Sekundenschnelle auf die gewünschte Temperatur, die über das Touch-Display wählbar ist. Eine integrierte LED-Anzeige im Handstück zeigt den Heizstatus direkt an, ohne dass der Blick zum Gerätedisplay wandern muss.
Die schlanke, ergonomische Form des Handstücks erlaubt den ungehinderten Blick auf die Behandlungsstelle.

Wichtiger Vorteil gegenüber manueller Technik:
Beim DownPack erfolgt das Abtrennen der Guttapercha durch die beheizte Spitze zuverlässig und sauber, ohne das Risiko, den Guttapercha-Stift versehentlich wieder zurückzuziehen, wie es beim Arbeiten mit der Heidemann-Spatel passieren kann.
Wie wird das mittlere und koronale Kanaldrittel gefüllt und warum brauche ich dafür BackFill?



Nach der Versorgung des apikalen Drittels mit DownPack wird der verbleibende Kanalraum im mittleren und koronalen Drittel dicht und homogen gefüllt.
Mit der BackFill-Pistole applizieren Sie thermoplastisches Guttapercha präzise und kontrolliert direkt in den Kanal. Die gewünschte Arbeitstemperatur lässt sich bequem über das Touch-Display einstellen. Der EndoPilot² erreicht die eingestellte Temperatur in kürzester Zeit.
Der pistolenförmige Griff ermöglicht eine intuitive und eine feinfühlige Kontrolle über die Fließgeschwindigkeit der Guttapercha. Die BackFill-Pistole gibt Ihnen somit die genaue Kontrolle beim Abfüllen.
Zur Applikation stehen drei Kanülengrößen zur Verfügung:
- Kanüle Ø 25 ga (ca. 0,5 mm, standard)
- Kanüle Ø 23 ga (ca. 0,6 mm)
- Kanüle Ø 20 ga (ca. 0,9 mm)
Das Füllmaterial sind Standard-Guttapercha-Pellets, kein proprietäres Verbrauchsmaterial, keine Katuschen und keine Herstellerbindung.
Ultraschall: Aktivierte Irrigation für gründlichere Desinfektion
Warum reicht konventionelle Spülung oft nicht aus?
Spüllösungen wie Natriumhypochlorit oder EDTA sind in der Endodontie unverzichtbar. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch davon ab, ob sie auch die Stellen im Kanalsystem erreichen, an denen Biofilme und Debris tatsächlich sitzen z.B. Isthmen, Seitenkanäle und unregelmäßige Wandabschnitte. Eine einfache Spülnadel erzeugt lediglich einen laminaren Fluss: Die Flüssigkeit bewegt sich geradlinig, ohne in enge Verzweigungen einzudringen. Anatomisch schwer zugängliche Bereiche bleiben dabei häufig unzureichend desinfiziert, unabhängig von der eingesetzten Spülflüssigkeit.
Das Ultraschallmodul des EndoPilot² aktiviert die eingebrachte Spüllösung durch hochfrequente Schwingungen. Durch Kavitation entstehen Turbulenzen, die die Flüssigkeit gezielt in anatomisch schwer zugängliche Bereiche treiben. Das verbessert die Reinigungswirkung um ein vielfaches.
Die passiv ultraschallunterstützte Irrigation ist in der Fachliteratur gut dokumentiert und gilt als wirksame Ergänzung zur maschinellen Aufbereitung.

Wie ist das Ultraschallmodul in den EndoPilot² integriert?
Das Modul verwendet das Satelec Handstück, das in der Endodontie weit verbreitet und erprobt ist. Alle Einstellungen wie Leistungsstufe, Laufzeit und Instrumentenauswahl, erfolgen über das Touchdisplay des EndoPilot². Eine bebilderte Datenbank mit vorprogrammierten Ultraschall-Instrumenten ist hinterlegt, sodass kein manuelles Einrichten erforderlich ist. Eine kurze Beschreibung ist für jedes Ultraschall-Instrument in der Datenbank hinterlegt.
Der einstellbare Countdowntimer ermöglicht standardisierte Spülprotokolle und macht die Behandlung reproduzierbar.
Wer mit kontinuierlicher Flüssigkeitszufuhr z.B. mit steriler Kochsalzlösung arbeiten möchte, kann die optionale Peristaltikpumpe anschließen. Sie versorgt das Handstück über einen externen Schlauch mit steriler Spüllösung. Die Flüssigkeitsmenge ist über das Display regelbar.

Vorteile der Integration?
Die Integration in den EndoPilot² bedeutet einen optimalen Workflow und Zeitersparnis. Das Umschalten zwischen Endomotor und Ultraschall erfolgt entweder per Shortcut auf dem Display oder per Tippen auf den Twin-Funkfußschalter.
Ein weiterer Vorteil liegt in der reinen Gerätezahl: Statt eines separaten Ultraschallgeräts mit eigenem Fußschalter und eigenem Netzteil steht am Behandlungsplatz nur ein Gerät. Das spart Stellfläche, reduziert die Kabelmenge und senkt den Aufwand bei Wartung und Aufbereitung, da nicht zwei Geräte, sondern nur eines gepflegt werden muss. Auch die Anschaffungskosten für ein zusätzliches Standalone-Gerät entfallen vollständig.





